Facebook

Ornithologe Jens Scharon führte am 17. Juni die Beringung der Jungstörche durch. Leider haben wir keine Information zu ihrem Geschlecht. Dieses könnte mittels einer Analyse des Blutes oder frischer Federn bestimmt werden. Leider wird diese Methode bundesweit von den Beringern bisher nicht genutzt.

Vor Kurzem begannen die beiden mit den ersten kräftigen Flügelschlägen, immer wieder breiten sie jetzt eifrig ihre Schwingen aus und hüpfen dabei zunehmend höher. So wird die Flugmuskulatur kontinuierlich trainiert. Eine Strategie der Alttiere ist es, die Jungvögel im Horst zunehmend hungrig werden zu lassen und die eigene Anwesen-heit dort zuneh-mend zu verkür-zen. Das motiviert die Jungen, selbst das Nest zu verlassen. Nach fast acht Wochen ist die Nestlingszeit geschafft, so dass die zwei Jungstörche Ende Juli so weit entwickelt sein werden, dass erste Flüge möglich sind – sie werden in der 8. bis 9. Woche flügge! Nach dem Jungfernflug und einigen Rundflügen erkunden die Jungen dann ihre Umgebung und lernen das Erbeuten von Nahrung, wobei die Eltern ihnen helfen. Noch erfolgt aber auch eine ergänzende Fütterung im Horst. Dort verbringen die Jungen auch noch die Nächte - meist zusammen mit einem Elterntier.

Mit drei Monaten sind die Jungstörche schließlich selbständig. Sie erkunden die weiter entfernte Umgebung, treffen dort auf kleine Jungstorchen-Trupps, bis sie im August und circa zwei Wochen vor den Altvögeln den Abflug nach Afrika zu den Winterquartieren antreten.

Störche können alljährlich zum selben Nest zurückkehren, was jedoch die Ausnahme ist, denn viele Faktoren bestimmen ihre Ankunftszeit und damit die Verfügbarkeit des alten Nestes. Eines der beiden Alttiere bei uns in Malchow trägt einen Ring. Anhand von dessen Nummer konnten wir erstmals zeigen, dass ein Storch das dritte Jahr in Folge bei uns auf dem Naturhof das Nest besetzt hat. Dieser Storch, dessen Geschlecht wir leider nicht kennen, wurde am 22.06.2013 mit drei Nestgeschwistern in Walsleben (Ostprignitz-Ruppin/Brandenburg) beringt.