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Am 30.09.2020 wurde ein Fachbericht zur aktuellen Lage der Umweltbildung in Marzahn-Hellersdorf von der Koordinierungsstelle für Umweltbildung, Herr Tom Hennig und der Geschäftsführerin von Naturschutz Berlin Malchow, Frau Beate Kitzmann vorgestellt. Hierzu trafen sich Akteure aus dem Umwelt- und Naturschutz, der Umweltbildung, Journalisten und Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Klima und Lokale Agenda im Bezirklichen Informationszentrum. Leider war die Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, Frau Nadja Zivkovic krankheitsbedingt verhindert. Als Vertreterin kam Frau Kristine Odefey, die Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes Marzahn-Hellersdorf, die kurzfristig zur Teilnahme Zeit fand.

Von besonderem Interesse für die Teilnehmer*innen waren die Räume für Umweltbildung. Besonders stolz kann der Bezirk auf den Naturerfahrungsraum (NER) am Kienberg sein, einer der wenigen in Berlin. Kinder brauchen, um Natur verstehen- und kennenzulernen, vielfältige Lebensräume und Ökosysteme in der Umgebung ihrer Schule und Kita. In der Diskussion waren alle von der Idee begeistert, dass Pädagog*innen durch Ausbau von Umweltbildungsräumen, Weiterbildungen und auch Räumen in der Unterrichtsplanung, die Möglichkeit bekommen, selbst Umweltbildung in den Schulalltag einzubinden. Ein großer Hoffnungsträger ist dabei die zukünftige Gartenarbeitsschule und deren hervorragend qualifiziertes Personal.

Die Verteilung von Stadtgrün zwischen Siedlungsgebieten und mehr verdichteten Wohnräumen ist ebenfalls ein Punkt, der Sorge hervorgerufen hat. Hier wurde die Frage geäußert, ob im Bericht abzulesen ist, dass Kinder aus weniger bebauten Gebieten einen besseren Zugang zur Natur haben. Während sich eine konkrete Antwort auf diese Frage nicht aus den erfassten Daten ablesen lässt, wurde sehr stark die Qualität von Stadtgrün betont. Während feinsäuberlich gepflegte Gärten mit englischem Rasen ebenfalls grün sind, bieten sie im Bereich Umweltbildung kaum Ansatzpunkte, um Kindern einen Zugang zur Natur zu ermöglichen.

Die Teilnehmer*innen stellten mit Verwunderung fest, dass das Thema Mobilität für Schulen und Kindertagesstätten nahezu keine Rolle spielt und auch nur wenige Umweltbildungseinrichtungen Veranstaltungen zu diesem Thema anbieten. Mobilität wurde in der Diskussion als ein wichtiges Thema identifiziert, insbesondere auf die Zukunft der Mobilität in Zeiten des Klimawandels bezogen. Frau Beate Kitzmann gab hierbei zu bedenken, dass Verkehrserziehung im Allgemeinen von den Jugendverkehrsschulen übernommen wird. Hier ist Nachhaltigkeit zwar im pädagogischen Konzept verankert, jedoch nicht unbedingt Hauptaugenmerk der Lehrveranstaltungen. Daher kam hier der Wunsch auf, dass sowohl Umweltbildungseinrichtungen als auch Schulen und Kindertagesstätten diesem Thema in der Umweltbildung zukünftig eine größere Bedeutung beimessen sollen.

Es gab noch viele weitere interessante Denkanstöße, die in die zukünftige Arbeit der Koordinierungsstelle einfließen werden. Deshalb möchten wir uns als Veranstalter an dieser Stelle bei allen Teilnehmer*innen für das rege Interesse und die anregenden Diskussionen bedanken.

Hier finden Sie die Präsentation vom 30.09.2020, sowie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Fachberichts Umweltbildung Marzahn-Hellersdorf. Den Bericht selbst können sie [hier] herunterladen.

Beate Kitzmann

Geschäftsführerin

Tel. (030) 92 79 98 30