Die Brüder Colling züchteten um das Jahr 1822 in Nordengland das Shorthorn, welches dann von Viehhaltern aus Schleswig-Holstein um 1840 zu einer deutschen Linie weitergezüchtet wurde. Es handelt sich um mittelgroße Rinder mit einem muskulösen und kantigen Körperbau, die an maritime Klimabedingungen und wechselfeuchte Böden gut angepasst sind. Ihr Fell ist rot, rot-bunt, weiß und auch schimmelfarbig. Die Rinder sind auch in Hinblick auf ihr Futter sehr genügsam und eignen sich gut für die Robustrinderhaltung. Namensgebend für die Rasse sind die kurzen, häufig leicht nach vorne gebogenen Hörner. Heute sind die meisten Tiere genetisch hornlos. Die Zahl der behornten Tiere liegt nur noch bei ca. 30 Tieren von insgesamt 200 Deutschen Shorthorns in Deutschland.

Es gibt nur noch sehr wenige Landwirte, die sie oft aus Liebhaberei oder Hobby in sehr kleinen Gruppen halten. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) stuft sie daher in ihrer Roten Liste als „Kategorie 2 = stark gefährdet“ ein. Gerade als eine an die lokalen Umweltbedingungen in der Norddeutschen Tieflandebene angepasste Rasse, ist das Deutsche Shorthorn eine wichtige genetische Reserve und unbedingt erhaltenswert.

Der Verein Naturschutz Berlin-Malchow hat in den vergangenen 23 Jahren bereits Pionierarbeit auf dem Gebiet der Pflege und Gestaltung von Biotopen durch eine Beweidung mit Rindern geleistet. Nun nutzt der Verein das Potenzial dieser besonderen Rinder für den Naturschutz und die ökologische Landwirtschaft und hat dafür gesorgt, dass diese seltene Rinderrasse nach Berlin kommt. Ermöglicht wurde dieses Projekt nicht zuletzt aufgrund der Finanzierung durch die Stiftung Naturschutz Berlin.

Die Tiere stammen von einen biologisch wirtschaftenden Betrieb an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste. Ihr neues Zuhause ist das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder. Gut an die dortigen Bedingungen angepasst, soll sich die kleine Herde aus zunächst einem Bullen und drei jungen Kühen der Landschaftspflege widmen. Mit ihren Fressverhalten schaffen sie ein Mosaik aus verschiedenen Strukturen und somit vielfältige Lebensräume für

andere Pflanzen und Tiere. Damit das Potenzial der Rasse voll ausgeschöpft werden kann, wird in einigen Jahren auch das Fleisch der ersten Deutschen Shorthorns aus Berlin im Naturhofladen in Malchow zu kaufen sein.