Facebook

Sie wurden von Anfang an von beiden Altvögeln abwechselnd versorgt. Als Nahrungsopportunisten füttern Störche die Jungen je nach Angebot mit Regenwürmern, Insekten(-larven) zum Beispiel von Käfern oder Heuschrecken, Amphibien und Krebstieren. Später erbeuten sie für ihre Jungen dann auch größere Tiere wie Eidechsen, Schlangen, Maulwürfe, Mäuse, auch Schnecken, Muscheln und Fische. Ein bis zwei Stunden kann die Futtersuche im Umfeld in Anspruch nehmen.

 

Die Küken auf unserem Naturhof entwickelten sich prächtig und so konnten die Besucher ab dem 29. Mai einen kleinen Flügel oder ein Köpfchen erblicken. Ein wenig zerrupft sahen sie aus und mit ihren dunklen Schnäbeln noch längst nicht so prachtvoll wie die Eltern. Den Küken konnte man quasi beim Wachsen zusehen, sichtlich veränderten sich Woche für Woche ihr Federkleid und Habitus. Pünktlich zum Storchenfest am 15./16. Juni schauten dann von oben drei stattliche Storchenjungen neugierig auf das Festtreiben herab. Ab Mitte Juni flogen die Alttiere gemeinsam zur Futtersuche und ließen die Jungstörche allein im Horst.

Wie in den Vorjahren beringte der Ornithologe Jens Scharon die Küken, diesmal am 20. Juni. Die Jungen stellten sich dabei tot, was das Beringen zu einem schnellen und schmerzlosen Vorgang machte. Trotzdem ist immer Vorsicht geboten: auch junge Störche haben schon gelernt, auf die Augen zu zielen.

 

Nach 40 Tagen hatten die drei Störche eine ansehnliche Größe erreicht und begannen Mitte Juli mit den ersten Flugübungen. Sie schlugen kräftig mit den Flügeln, hüpften dabei im Horst auf und ab. Schließlich wollten sie bald selbständig in Richtung Süden ziehen und das schon zwei Wochen vor dem Abflug der Elterntiere. Seitdem sie das Nest verlassen hatten, kamen sie nur ab und an auf das Naturhofgelände zurück. Mitte August begann schließlich der Wegzug ins Winterquartier für die Altvögel.

 

Spannend ist die Frage, ob und wohin die Jungen nach Europa zurückkehren werden. Erst nach zwei bis vier Jahren bekommen wir eventuell eine Antwort darauf: wenn sie brutreif geworden sind, den Rückweg ins Brutgebiet bestreiten und die Ringnummer gemeldet wird. Schätzungsweise kommen ca. 10% der wegziehenden Jungstörche nach Mitteleuropa zurück. Freileitungen, Straßen, Jagd, Vergiftungen/Pestizidbelastungen, Lebensraum- und Nahrungsmangel gefährden die Vögel auf ihrer langen Reise.

 

Weitere Storchenfotos finden Sie in der Galerie unserer Facebook-Seite.

 

Beate Kitzmann

Geschäftsführerin

Tel. (030) 92 79 98 30